Abwasserüberleitung

Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung (BGS-EWS) vom 14.06.2013

Entwässerungssatzung (EWS) vom 14.06.2013

 

Die Abwasserüberleitung von Kalchreuth nach Nürnberg

Seit 17. Februar 2014 fließt das Kalchreuther Abwasser nach Nürnberg

Die Grundlagen

 

Am 23. März 2010 wurde zwischen der Gemeinde Kalchreuth und der Stadt Nürnberg eine Vereinbarung über die zukünftige Abwasser­beseitigung der Gemeinde Kalchreuth unterzeichnet. Demnach soll das Abwasser aus dem Gemeindegebiet von Kalchreuth zukünftig  nach Nürnberg geleitet und dort gereinigt werden.

 

Folgende Gründe sprechen für diese Entscheidung: Zum Einen standen in der Kläranlage Kalchreuth umfangreiche Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten an, um das Abwasser auch in Zukunft gemäß  den wasserrechtlichen Anforderungen reinigen können. Die mit der Ertüchtigung der Kläranlage verbundenen Investitions- und Betriebskosten stellten sich jedoch ungünstiger dar als die entsprechenden Kosten einer Abwasserüberleitung nach Nürnberg. Zum Anderen wird durch den Wegfall der Abwassereinleitung aus der Kläranlage Kalchreuth in den Kreuzweihergraben der Gewässerschutz im Kalchreuther Raum verbessert. Kanalnetz und Klärwerke in Nürnberg sind ohne Weiteres in der Lage, die zusätzlichen Abwassermengen aus Kalchreuth aufzunehmen. Eine Auswirkung auf die Pegnitz wird nicht zu spüren sein.

 

 SUN Trasse

Die Abwasserüberleitung

Das Abwasser aus der Gemeinde Kalchreuth wird mit einem Pumpwerk, daß sich auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage befindet, und einer anschließenden, rund 10,5 Kilometer langen Druckleitung über den Höhenzug im Kalchreuther Forst geleitet. Dabei ist ein Höhenunterschied von rund 75 Metern zu überwinden. Nach Durchquerung des Reichswaldes und einer Unterfahrung der Autobahn A3 (Nürnberg – Würzburg) endet die Druckleitung am westlichen Ortsrand von Buchenbühl, das Nürnberger Kabelnetz ist damit erreicht. Das Abwasser fließt von dort in freiem Gefälle den Nürnberger Klärwerken zu.

Für die Druckleitung wurden Kunststoffrohre aus Polyethylen verwendet. Um am Druckleitungsende in Buchenbühl die Widerstandsfähigkeit gegenüber einer eventuell möglichen Säurekorrosion zu erhöhen, wurde dort auf 160 Metern Länge ein Freispiegelkanal aus Steinzeugrohren mit 50 Zentimetern Durchmesser neu gebaut. Zusätzlich erfolgte im daran anschließenden Betonrohrkanal eine Kanalrenovierung mittels Kunststoffauskleidung (Schlauchliner)

In jedem Schacht der Druckleitungsind neben Absperrschiebern auch Putzstücke eingebaut, so dass eine abschnittsweise Spülung und Inspektion möglich ist. Die Reinigung der Leitung erfolgt auch mittels „Reinigungsmolch“. Bei diesem Verfahren wird ein Schaumstoff- oder Hartgummiball durch die Leitung gespült. Damit lassen sich Ablagerungen lockern und herauslösen Hierzu sind die Schächte am Pumpwerk, an der Molchstation auf dem Wanderparkplatz an der Kreisstrasse Kalchreuth – Nürnberg/ Neunhof und an der Molchentnahmestation in Buchenbühl (Ende der Druckleitung) mit entsprechenden Einbauteilen ausgerüstet.

Um die Zugänglichkeit der Schächte für Reinigungs- und Wartungsarbeiten zu gewährleisten, wurden Teilbereiche der vorhandenen Feld- und Forstwege entsprechend der Belastung durch die eingesetzten Fahrzeuge neu aufgeschottert und an einigen Stellen auch neue Betriebswege angelegt.

Die Lage der gesamten Trasse sowie der Unterhalt der Druckleitung wurden mittels beschränkt persönlichen Dienstbarkeiten beziehungsweise Gestattungsverträgen rechtlich gesichert.

 

Natur- und Umweltschutz

 

Die zahlreichen Belange schutzbedürftiger Bereiche, verteilt auf der gesamten Trasse, wurden in Planung und Ausführung der Abwasserleitung berücksichtigt. Als besondere Flächen sind unter anderem das Gründlachtal, die Kirschwiesen sowie ganz allgemein das Natura- Gebiet

Nürnberger Reichswald zu nennen. Ebenso wurden denkmalschutzrechtliche relevante Bereiche, wie zum Beispiel die Wolfsfelder Wiese, in der Planung des Trassenverlaufs berücksichtigt.

 

Daten zur Abwasserüberleitung

Baubeginn Oktober 2012, Inbetriebnahme 15.07. 2014

Pumpwerk auf dem Gelände der aufzulassenden Kläranlage Kalchreuth

Höhenunterschied:  75 Meter

Länge Druckleitung: 10,5 Kilometer

Länge Freispiegelkanal: 160 Meter

Querschnitt Druckleitung: 28 Zentimeter (Steigleitung), 22,5 Zentimeter (Fallleitung)

Querschnitt Freispiegelkanal 50 Zentimeter

Baukosten 5,3 Mio.

 

  Abwasserüberleitung      

 

Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg

erster Werkleiter

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